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Priester sind keine Moralwächter, sondern Vermittler zur geistigen Welt.

T.R.E.Lentze ⌂, Dienstag, 07. März 2017, 02:27 (vor 77 Tagen) @ Der/Anarchist

Die Moral ist Bestandteil eines jeden Menschen, weil sie angeboren ist

Das ist vollkommen richtig. Selbst die Mafia hat einen ausgefeilten Moralkodex. Es bedarf wirklich keiner Religion und keiner religiösen Bestrebungen, um moralisch zu empfinden. Auch keines Christentums. Schon Platon und Aristoteles haben, Jahrhunderte vor Christus, ethische Systeme entworfen.

Die Zeiten sollten endgültig überwunden sein, in denen Priester sich als Oberhirten aufspielen, oder von anderen dazu ermutigt werden, daß jener sich als solcher aufspielt.

Du scheinst mir ganz persönliche Erfahrungen zu verallgemeinern, ähnlich wie Agnes, nur auf einem anderen Feld. Wir sollten einmal klarstellen, was die Aufgaben eines Priesters sind. Das Moralisieren gehört nicht dazu. Wohl aber - im Interesse von religiösen Menschen - einen Kult zu verrichten, der eine Verbindung zwischen der irdischen Welt und der "himmlischen" Welt (die aber räumlich nicht zu lokalisieren ist) herzustellen. Die im Kult temporär hergestellte Verbindung zur geistigen Welt wird von religiös begabten Menschen erfahren und erlebt, von diesbezüglich unbegabten Menschen nicht. Sie kann und muß nicht bewiesen werden.

Auch das Sakrament der Sündenvergebung sollte nicht falsch verstanden werden. Es ist Christus, nicht der Priester, der Sünden vergibt. Letzterer stellt nur eine Verbindung her. Er ist der "pontifex", wörtlich: Brückenbauer.

Normalerweise hat der Priester ein höheres moralisches Niveau als der Normalmensch, weil die Bezogenheit auf eine höhere Welt und somit die Selbstlosigkeit (wozu oft auch das Zölibat gehört) sein Beruf ist. Dann ist er natürlich auch moralisch "kompetent", das heißt, er genießt diesbezüglich eine natürliche Autorität. Selbstverständlich ist das nicht immer so. Aber mir scheint, daß du negative Erfahrungen unzulässig verallgemeinerst.

Im Gegenteil sind es gerade jene Sekten, die Wasser predigen und Wein saufen. Dazu gehört auch der Feminismus.

Der Feminismus ist keine "Sekte" (Kreisausschnitt). Wovon sollte er eine sein? Höchstens vom Sexismus, aber jedenfalls nicht von einer Kirche. Ganz im Gegenteil: Das Wesen des Feminismus ist luziferisch, also auf Empörung gegründet und auf Aufruhr gerichtet. So wie Luzifer gottgleich werden wollte, so wollen die Fezis wie Männer sein. - Priester dagegen beugen sich vor Gott, jedenfalls, solange sie an ihn glauben. Das ist wirklich ein fundamentaler Unterschied.

Welche Moral ist anspruchsvoll? Welche Moral ist anspruchslos?

Es gibt durchaus Unterschiede. Bei Ausländern z.B. habe ich erlebt, daß sie innerhalb der Großfamilie extrem solidarisch sich verhalten, Außenstehende hingegen bedenkenlos übers Ohr hauen. Darin zeigt sich eine starke, aber archaische Moral.

Hoch evoluierte Menschen dagegen empfinden Verantwortung für die ganze Menschheit; sie sind keineswegs geneigt, Familienmitglieder zu bevorzugen. Das ist übrigens Zielpunkt der christlichen Moral. Der Neue Mensch verbindet/verbündet sich nicht mehr aufgrund von physischer Abstammung, sondern aufgrund von Gemeinsamkeit in der frei gewählten geistigen Zielrichtung. Diese Evolution ist auch ein natürlicher Grund für die zunehmenden Entfremdungen zwischen Eltern und Kindern. Noch brauchen wir physische Eltern, um geboren zu werden; das geistige Element aber nehmen wir von woanders her, nämlich von unseren früheren Leben. Unsere geistigen Linien brauchen mit denen der Eltern nicht mehr viel zu tun zu haben.

Gruß
trel


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