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Nanu, der "Spiegel" zeigt Herz für Trennungsväter!

T.R.E.Lentze ⌂, Donnerstag, 01. Dezember 2016, 18:55 (vor 238 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Doch soll der Mann die Tat angekündigt haben, und auch die Ursache seines Zornes wird sogleich genannt, nämlich ein Sorgerechtsstreit.

Passend zum Thema soeben gefunden: Trennungsdrama - Vater, Mutter, drei Kinder; acht Aktenordner; lauter gebrochene Herzen.

Thomas Wolters hat drei Kinder, als seine Ehe scheitert. Je mehr seine private Welt in Unordnung gerät, desto mehr vertraut er darauf, dass der Staat für Ordnung sorgt. Die Geschichte einer Enttäuschung.

Viereinhalb Jahre nachdem seine Frau sich von ihm getrennt hat und ein Jahr nachdem er das Sorgerecht für seine drei Söhne verloren hat, setzt sich Thomas Wolters an seinen Schreibtisch und formuliert eine Nachricht an seinen Anwalt. Er könne die Kinder nicht holen, obwohl das kommende Wochenende sein Wochenende sei. Es gehe nicht. Er sei krank, schreibt er.

Der Tisch ist praktisch leer, nur ein gerahmtes Foto steht neben dem Computer, drei Jungs sind darauf zu sehen, neun, acht und fünf Jahre alt. Es ist der Schreibtisch eines Menschen, der sich auf das Wesentliche konzentrieren will, weil sein Leben sich gerade auflöst.

Thomas Wolters ist nicht sein richtiger Name, der SPIEGEL hat ein Pseudonym gewählt, um die Beteiligten dieser Geschichte zu schützen, die eine Geschichte aus Wolters' Sicht ist; sie stützt sich auf seine Erzählungen und seine Erinnerungen, die er allerdings zu weiten Teilen belegen kann mit Urteilen, Gutachten und Stellungnahmen.

Selbstverständlich hat der SPIEGEL Wolters' Frau angeboten, ihre Sicht zu strittigen Punkten darzustellen. Sie hat auf dieses Angebot nicht geantwortet. Stattdessen hat sie eine Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, ihre Interessen wahrzunehmen, weil davon auszugehen sei, dass der SPIEGEL "über den zugrunde liegenden Sachverhalt und die betroffenen Personen eine Vielzahl von unwahren Informationen erhalten" habe. Er sei verzweifelt und zutiefst erschöpft, schreibt Wolters seinem Anwalt. "Ich kann so einfach nicht leben und weitermachen." Der Staat, schreibt er, habe ihn ohne Grund zum schlechten Menschen gemacht.

Um mehr zu lesen, muß man entweder 39 Cent "später zahlen" oder sich (evtl. im Wartezimmer einer Arztpraxis) die Druckausgabe vornehmen.

Egal, was drin steht: Neu ist das zu Berichtende nicht. Es ereilt unzählige Väter in Deutschland. Aber schön, daß mal darüber geschrieben wird.

Dazu erschienen bis eben gerade vier Kommentare. Auszug aus letzterem:


hinnimann heute, 18:24 Uhr
4. Aus eigener Betroffenheit
und Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, Ratschlägen oder Kommentaren zu folgen, wenn man sich als Scheidungsopfer sieht. Ich mach es trotzdem. Vom Staat kann Mann hier nichts erwarten. [...]
das Leben geht weiter und alles gleicht sich irgendwann aus. Meine Exfrau ist vor ein paar Monaten an Krebs gestorben, keine 60. Was hat sie von dem ganzen Stress gehabt?


Paßt ja gut zu "Seltsame Häufung!" - Und:

Papa schreibt heute, 18:57 Uhr
7. Auch betroffen
Bin auch davon betroffen und kann den Artikel nur bestätigen. Das Familienbild ist heutzutage noch altmodisch und wenn man als Papa nach der Trennung für sein Kind da sein möchte, stehen viele Hindernisse im Weg, gerade wenn der andere Elternteil nicht mitzieht. "Kindeswohl" ist der am häufigsten strapazierte und hohle Begriff in dem ganzen Kontext. Nach allen gemachten Erfahrungen kann ich allen Papas die vor einer Trennungssituation stehen nur den Rat geben, "Schnapp dein Kind, und dreh den Spieß" um, ansonsten hast du keine Chance. [...]

So denke ich heute auch.


trel

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