Avatar

Was wirft eine Kultur weiter zurück - Verweiberung oder Islamisierung?

T.R.E.Lentze ⌂, Dienstag, 12. Juli 2016, 00:12 (vor 318 Tagen)

Wir haben Berichte gelesen, wonach muslimische Schüler weiblichen Lehrern die Handreichung verweigert haben.

Was hier eklatant aufeinanderstößt, ist: Patriarchat auf Matriarchat; oder: Lebendiger Islam auf Nach-Christentum. (Wohlgemerkt: Nach-Christentum; das lebendige Christentum sah anders aus!)

Mit dem Patriarchat begann die Zeit der Hochkulturen, zuletzt der Technisierung. Matrizentrische Gesellschaften kannten bzw. kennen noch nicht einmal die Schriftkultur. Es gibt sehr vereinzelt noch Überreste solcher Gesellschaften. Die Zeit ihrer Dominanz liegt Jahrtausende zurück.

Welcher Zustand ist nun rückständiger - das Neue Matriarchat, wie ich es nennen möchte, oder der Islam? Zeitlich gesehen, ist es natürlich das Matriarchat. Denn der Islam kam erst auf, nachdem das Patriarchat schon lange bestanden hat.

Was mich oft gewundert hat, ist die Tatsache, daß die Islamisierung Europas gerade in konservativen Kreisen (etwa dem redaktionellen und Leserkreis der "Jungen Freiheit") als das größere Übel empfunden wird. Ich persönlich fühle mich in einer Gesellschaft viel wohler, in der die Männer das Sagen haben.

Aber, so wird mir gegenüber eingewandt: Die okzidentale ("westliche") Gesellschaft sei doch viel innovativer, wohlhabender und freizügiger als die islamische. Das beweise doch, daß die Verweiberung der Kultur und Zivilisation keinen Abbruch tue, ja sie vielleicht noch fördere.

Ich halte diesen Einwand für kurzsichtig. Ja, wir sind immer noch innovativ gegenüber der islamischen, patriarchal geprägten Welt. Aber innovativ waren wir ja auch schon, als es die Verweiberung unserer Gesellschaft noch nicht gab. Damals waren wir eine Kulturnation in sogar noch höherem Grade. Die Wissenschaftssprache war bis dahin Deutsch. Wenn wir jetzt immer noch halbwegs innovativ sind, so weist dies nur darauf hin, das wir von einem Erbe zehren. Und dieses Erbe wird irgendwann verbraucht sein.

Die Nichtanerkenntnis dieser Blindheit muß bestimmbare Gründe haben. Ich sehe deren zwei:

1.
Der geschlechtliche Dimorphismus ist wegen der emotionalen Bindungen, die uns gefangen halten, sehr schwer zu objektivieren. Schon aufgrund unseres Triebwesens kommen wir von den Weibern nicht los. Ohne Objektivierung aber gibt es keine Erkenntnis.

2.
Durch das Weiberwahlrecht ist jede politische Erklärung einer Vorrangigkeit des Patriarchats parteipolitisch suizidal. Denn gewählt wird zur Hälfte von Weibern. Und gerade die feministische Lobby ist außerordentlich gut organisiert.

Was den ersten Punkt betrifft, so erklärt er die Blindheit von Männern, die aufgrund ihres Alters oder ihres Nichtwählerstatus keine Rücksicht auf die politische Doktrin mehr nehmen müssen. Sie haben konservative, also anständige Frauen geheiratet, oder sie haben anderweitig eine glückliche Wahl getroffen. Sie nehmen die Schicksale gescheiterter Ehemänner und entsorgter Väter einfach nicht zur Kenntnis. Das ist merkwürdig insofern, als diese gescheiterten Ehemänner und entsorgten Väter so zahlreich sind, daß man ihnen kaum aus dem Wege gehen kann.

Nochmals, ich bin überzeugt, daß wir, die wir in einem Neuem Matriarchat leben, von einem Erbe zehren, das irgendwann aufgebraucht sein wird. Zwar kommen immer noch die meisten technischen und künstlerischen Innovationen von Männern. Doch wenn die politische Doktrin dazu führt, daß Weiber aufgewertet werden, um Männer zu erniedrigen - "Bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzugt eingestellt" -, dann werden die spezifisch männlichen Qualitäten, welche den Fortschritt garantieren, im Grenzfalle nicht mehr ausgebildet werden können. Das Ergebnis ist eine egalitäre, basal reduzierte Gesellschaft.

Wir sind auf dem Wege dorthin.

trel

[image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum