Denkfehler?

WdF ⌂, Freitag, 08. Juli 2016, 09:57 (vor 385 Tagen) @ Der/Anarchist

Da muss ich Dir widersprechen!

Ich selbst bin ein "gottloser" Mann. Ich brauche "Gott" nicht und ich glaube auch nicht an einen allmächtigen Übervater.

Die Bibel macht einen Unterschied zwischen Gottlosen und Atheisten, es gibt viele fromme Gottlose, Menschen, die zwar glauben, dass es einen Gott gibt, aber nicht danach leben. „Was der fromme Mensch Gott nicht weihen will, das zerstört er.“ – und zwar unabhängig von dem Glauben, dem er anhängt.

Wenn es hier so gegen den weißen, heterosexuellen, gesunden, und eben auch christlichen Mann geht, dann geht es gegen die Potenz, die Kraft, das Leben. (Potenz kommt von lat. „potis esse“– in der Lage sein.) Es sind eben die Männer, die Weißen, und das (christliche) Abendland, die in der Lage sind, und die Heterosexuellen, die in der Lage sind, Kinder zu zeugen und zu empfangen. In der Verdammung des weißen Mannes verdammen die Menschen ihre eigene Handlungsfähigkeit, und damit auch ihre Verantwortung. Vieles im „Umweltschutz“ lässt sich beispielsweise auch so verstehen: Als Wille zur Handlungsunfähigkeit.

[…] Solche Opportunisten wie den Brautmaier von der Anstalt lassen sich nicht überzeugen, weil sie nur an ihren kleinen Vorteil denken. Der ist ein Mann ähnlich den Männern, die in Diktaturen mitgewirkt haben. Ihnen ging und geht es nur um individuelle Bedürfnisse der minderwertigsten Art.

Genau. Hier geht es nicht um ein anderes Verständnis von Jugendschutz. Der eine kennt vielleicht „leichter verführbare“ Jugendliche, und ist da etwas vorsichtiger; das muss man ernst nehmen. Wenn jemand ehrlich „vorsichtig“ ist, dann ist er es aber bei allen politische Richtungen, ist er bei den einen Richtungen „vorsichtig”, und bei den anderen nicht, dann geht es nicht um Jungendschutz.

Wobei es, (wie bei Diktaturen auch), schwierig ist, zwischen Opportunismus und Verführung zu unterscheiden.

Und ob "Gott" die Lösung ist, bezweifle ich. Jedoch wird "Gott" eher das Problem lösen können als der Verstand. Denn die Mehrheit ist nicht imstande, ihren Verstand einzusetzen. Der Glaube ist auch in der sogenannten modernen Zivilisation eher in den Köpfen zu verankern, als an die Vernunft der Masse zu appellieren.

„Gott“ war und ist nicht „die“ Lösung, kein Gott auch nicht. Im Christentum wird auch nicht „die“ Lösung gesellschaftlicher Missstände versprochen; es geht nicht um Lösung, es geht um Erlösung. (Natürlich glaubt der Christ, dass die Gesellschaft besser wäre, wenn sich die Menschen an die biblischen Regeln halten würden; es ist ihm aber klar, dass das nie vollständig der Fall sein wird – selbst in den eigenen Reihen nicht. Die Bibel und 2000 Jahre Kirchengeschichte sprechen da eine klare Sprache.)

Menschen ohne Gott mögen Verantwortungsbereitschaft haben. Christen lehren auch nicht, dass sie eine völlig neue Moral erfunden haben, Mord verbieten die anderen Religionen auch. Wenn die Menschen ehrlich sind, dann müssen sie erkennen, dass sie schuldig geworden sind, und in „unvollkommenen“ Umständen leben; auf das eine wie das andere ist Verantwortungsbereitschaft keine Antwort.


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