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In diesem Punkt findet Henning Hoffgaard keine Zustimmung.

T.R.E.Lentze ⌂, Mittwoch, 11. Mai 2016, 21:56 (vor 410 Tagen) @ Der/Anarchist

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/paragraph-175-warum-eine-entschuldigung-richtig-ist/

In dem obigen Artikel meint Henning Hoffgaard, dass die Bundesregierung sich bei den Opfern des damaligen Paragraphen 175 entschuldigen solle.

Warum sollten sich heutige Menschen für das Verhalten von den damaligen Menschen entschuldigen? Das hat mit menschlicher Größe nichts zu tun, sondern ist schlicht schwach und dumm. Genauso schwach und dumm, wenn heutige Menschen sich für das 3. Reich schämen sollen, also für Taten, die sie nicht begangen haben.

Ich stimme dir vollumfänglich zu. Allerdings...

Mir ist klar, warum die Kommentarfunktion abgeschaltet wurde für die "Plebs"...

Da denkst du zu weit. Denn die bisherigen Kommentatoren widersprechen ja dem Autor ganz entschieden.

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Sehen wir uns den Text einmal näher an. Der entscheidende Absatz ist m.E. dieser:

Eine Rehabilitierung und eine Entschuldigung der Bundesregierung bei den Opfern ist angebracht. Was zwei erwachsene Menschen freiwillig im Schlafzimmer, der Küche oder im Bad machen, hat den Staat nichts anzugehen. Es hat ihn heute nichts anzugehen, und es hatte ihn auch vor 1969 nicht anzugehen. Die Sexualität zwischen Erwachsenen ist Kernbestand der Privatsphäre. Der Staat darf sich da nicht einmischen.

Bemerkt denn Niemand den Argumentations-Fehler?

Der Staat kann sich gar nicht einmischen - und hat sich auch nie eingemischt - in das Privatleben, genauer: in das, was hinter verschlossenen Türen geschieht, und solange es verborgen bleibt.

Verfolgt wurde nur das, was gerade nicht im Privatleben geschah, vielmehr zur Schau gestellt wurde, also veröffentlicht - in heutiger Sprache: politisch gemacht - wurde.

Homosexuelle als solche wurden niemals verfolgt, selbst unter Hitler nicht. Sie wurden nur dann verfolgt, wenn sie sich unanständig verhielten, also ihr Verhalten öffentlich machten. Wie ist es anders zu erklären, daß Dr. Joseph Goebbels dem Dichter Stefan George, einem als solchen bekannten Homosexuellen, ein Ministeramt anbot?

Sie wurden also, wenn überhaupt, nur dann verfolgt, wenn sie das taten, was auch Heterosexuellen verboten war: das Private öffentlich zu machen.

Übrigens ist die linke Forderung, das Private öffentlich oder "politisch" zu machen, gleichbedeutend mit der Forderung, den Menschen zum Tier zu erniedrigen. Denn das Tier kennt keine Scham, also auch keine Privatsphäre. Wer sich aber zum Tier deklariert - und das tut derjenige, der seine Ansicht zur Maxime erhebt -, der begibt sich bewußt seiner Menschenwürde. Dann aber hat er nur noch Anspruch auf Tierschutz.

Ich denke, damit ist alles Nötige gesagt. Und ich hoffe, die kommentar-berechtigten JF-Leser werden das noch mit genügender Deutlichkeit vortragen!

Gruß
trel


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