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Ja ja, der "Spiegel"...

T.R.E.Lentze ⌂, Samstag, 19. März 2016, 13:34 (vor 436 Tagen) @ Der/Anarchist

Man darf nicht vergessen, dass es noch Beziehungen gibt, in denen die beiden sich gerne haben.

Natürlich, die gibt es. Aber das ist ja im Zeitalter der ehelosen Beziehungen auch kein wirkliches Problem mehr. Man geht einfach auseinander, wenn es langweilig wird. In der Ehe sollte es so nicht sein. Die ist ausdrücklich geschlossen, "bis daß der Tod uns scheidet." Der physische Tod, nicht die Langeweile. Das heißt, man wird eventuell Opfer erbringen.

Es mag zwar sein, dass es Männer gibt, die diesen gelangweilten Ausdruck im Gesicht tragen, gehen sie mit ihrer Frau einkaufen. Aber die Regel ist es nicht.

Die Fotos sind weltweit aufgenommen worden, nicht (oder nicht nur) im familiär zerstörten Deutschland. Ich nehme an, es handelt sich um verehelichte Paare. Hier bringt der Mann das Opfer. Es kann auch sein, daß er die Frau trotzdem mag, selbst in diesem Moment der Langeweile.

Mich beschäftigt allerdings die Frage, welche Opfer die Frauen heute noch bringen. Mein Eindruck ist, daß sich hier ein Ungleichgewicht zulasten der Männer eingestellt hat.

Denn immer, wenn der umgekehrte Fall thematisiert wird - Frau opfert sich auf, d.h. sie tut etwas ohne Lohn zu empfangen -, dann geschieht das im Ton der Anklage, Empörung, und der Ausgleichsforderung. Hier aber wird es im Ton der Belustigung, mit einer nur leichten Spur der Mitleids, vorgetragen.

Der SPIEGEL ist, wie so oft, meist einseitig und/oder unsachlich.

Da stimme ich dir zu. Für den obigen Artikel aber trifft das, aus meiner Sicht, ausnahmsweise einmal nicht zu.

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Doch um auf diese Kritik auch noch einzugehen: Die am stärksten volksverhetzenden Autoren beim "Spiegel" sind Jakob Augstein, Georg Diez und Sascha Lobo. Letzterer ließ zuletzt allerdings auch selbstkritische Töne vernehmen.

Was Frau Sibylle Berg betrifft, so kann sie ebenfalls unter die volksverhetzenden Autoren gerechnet werden, doch sie bemüht sich nicht um Argumente; folglich kann ich sie nicht recht ernstzunehmen.

Gleichwohl höchst bemerkenswert ist ihr heute erschienener Beitrag AfD: Nichts gegen Dagegen. Was lese ich da?

Es hilft doch nichts, fast 30 Prozent eines Volkes als Deppen zu beschimpfen.

In diesem Tenor ist der ganze Artikel gehalten. Viele Leser dürften sich die Augen reiben. Da hat doch tatsächlich ein "Spiegel"-Autor (weiblich) erkannt, daß es auf Dauer keinen Zweck hat, den Souverän zu beschimpfen!

Und nicht nur das. Jetzt wird auch noch die Moralkeule umgedreht, ganz sacht, also noch nicht schlagend betätigt, aber immerhin:

Es war und ist befremdlich, wie andere Meinungen zur derzeitigen Regierungsrichtung sofort zu einer erregten Entrüstung der vermeintlich Guten führten. Wenig ist unangenehmer als erzwungene Gleichschaltung der öffentlichen Meinung. In einem demokratischen System hat es Raum für jeden, der Mitmenschen nicht diffamiert und nicht gegen sie hetzt. Gerade das Nichternstnehmen, das Verteufeln und die Lächerlichmachung von absurd scheinender Angst hat die AfD zu einer Gemeinschaft der Unverstandenen gemacht.

Freilich ist der Grund für den Gesinnungswandel nicht (berufs-)ethischer Natur. Er liegt vielmehr in einer Furcht begründet, die Frau Berg gleich zu Anfang beschreibt:

Ich hatte früher mal einen Kumpel, der plötzlich orange-rote Kleidung trug und ein Passfoto von sich mit Mala anfertigen ließ. Falls die Sannyasins die Weltherrschaft übernehmen, würde er zu den Gewinnern gehören.

Das also ist der Grund! Was ist denn, wenn die AfD zwar (aus naheliegenden Gründen) nicht zur Weltherrschaft kommt, aber eines nicht mehr fernen Tages die Regierung übernimmt?

Dann wird Frau Berg, und werden alle anderen "Spiegel"- und sonstigen Lügenpresse-Autoren mit der Moralkeule über die früheren AfD-Verteufler herfallen und verschweigen, daß sie selbst zu ihnen gehört haben. Journalisten sind ja selten unabhängig; in der Regel sind es regierungstreue Propaganda-Fachleute, die notgedrungen nach dem Motto handeln müssen: Wes' Brot ich eß, des' Lied ich sing'.

trel


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